Unterstellböcke, auch Achsböcke, machen das Arbeiten unter einem angehobenen Fahrzeug erst sicher. Ein Wagenheber ist ein Hebegerät: Seine Dichtungen und Ventile halten Öl unter hohem Druck zurück, er kann absacken oder kippen. Die EN 1494, die europäische Norm für fahrbare Wagenheber, erlaubt Arbeiten unter einer angehobenen Last nur, wenn sie zusätzlich gesichert ist, und jede Wagenheber-Anleitung sagt dasselbe. Dieser Ratgeber erklärt die Auswahl der Böcke, wo sie bei Pkw, SUV und Lkw hingehören, den Ablauf Schritt für Schritt und die Fehler, die Böcke versagen lassen.
Was Sie brauchen
- Einen Rangier- oder Stempelwagenheber mit passender Tragkraft (welcher?)
- Ein Paar Unterstellböcke, für das ganze Fahrzeug zwei Paar, mit passender Tragkraft und passendem Höhenbereich
- Unterlegkeile
- Einen ebenen Betonboden
- Die Betriebsanleitung des Fahrzeugs mit Wagenheberansatz- und Aufnahmepunkten
- Optional: Gummiauflagen oder Falzadapter, Handschuhe und Schutzbrille
Die richtigen Unterstellböcke wählen
Tragkraft. Lesen Sie, wie die Tragkraft angegeben ist. Viele Böcke im Handel haben eine Paar-Tragkraft, ein „3-t-Paar“ trägt also 1,5 t je Bock; andere, auch unsere, sind pro Bock angegeben. Wählen Sie deutlich mehr als die Last je Bock; an der schweren Motorseite ist dieser Anteil am größten.
| Fahrzeug | Übliche Bockgröße |
|---|---|
| Klein- und Mittelklassewagen | 2–3 t |
| SUV, Transporter, Pick-ups | 3–6 t |
| Lkw, Busse, Traktoren | 6–12 t, schwere Ausführung |
Höhenbereich. Die Mindesthöhe des Bocks muss nach dem Anheben unter den Aufnahmepunkt passen, die Maximalhöhe genug Arbeitsraum geben. Bei höhergelegten SUV und Pick-ups brauchen Sie höhere Böcke.
Verriegelung. Böcke mit Zahnrastung sichern mit einer Klinke, die in die Zähne der Stütze fällt; sie sind in Sekunden eingestellt. Böcke mit Steckbolzen sichern mit einem gehärteten Bolzen durch die Stütze, formschlüssig und gut sichtbar. Wir fertigen beide Bauarten: Unterstellböcke 2–12 t.
Fuß und Auflage. Ein breiter, flacher Fuß verhindert das Kippen, eine Auflage mit Mulde oder Gummi hält Längsträger oder Achse, ohne abzurutschen.
Kennzeichnung. In der EU die CE-Kennzeichnung nach EN 1494; in Deutschland fragen viele Händler zusätzlich nach dem GS-Zeichen.
Wo gehören Unterstellböcke hin?
Beginnen Sie immer mit der Betriebsanleitung: Sie zeigt die Wagenheberansatzpunkte (wo angehoben wird) und die Aufnahmepunkte für Böcke (wo unterstellt wird). Oft, aber nicht immer, sind es dieselben.
Pkw und Crossover mit selbsttragender Karosserie
- Schwellerfalz: die verstärkte Naht unter den Schwellern, meist mit Kerben oder Pfeilen hinter den Vorderrädern und vor den Hinterrädern markiert. Mit geschlitzter Gummiauflage oder Falzadapter, damit der Teller die Naht nicht verbiegt.
- Hilfsrahmen oder Längsträger: kräftige, flache Kastenprofile nahe den Aufnahmen von Vorder- und Hinterachsträger. Oft der bessere Platz für den Bock, wenn der Wagenheber am Falz ansetzt.
Geländewagen, Pick-ups und Lkw mit Leiterrahmen
- Rahmenlängsträger: die beiden schweren Längsträger, kurz hinter den Vorderrädern oder vor den Hinterrädern.
- Starre Hinterachse: unter dem Achsrohr nahe am Rad oder an der Federaufnahme, nie am Differenzialgehäuse.
Nie unter
- das Bodenblech, Schweller ohne Aufnahmepunkt oder Kunststoffverkleidungen
- Ölwanne, Getriebewanne, Tank oder Auspuff
- Lenkungsteile, Spurstangen oder Fahrwerkslenker, die nicht als Aufnahmepunkt gezeigt sind
- den Differenzialdeckel oder andere Gussdeckel
Unterstellböcke verwenden: Schritt für Schritt
- Auf ebenem Beton parken. Automatik auf P, Schaltwagen im ersten Gang, Handbremse anziehen.
- Räder mit Keilen sichern an der Achse, die unten bleibt: hinter den Hinterrädern, wenn vorn angehoben wird, vor den Vorderrädern, wenn hinten angehoben wird.
- Böcke voreinstellen auf ungefähr die benötigte Höhe und prüfen, ob Klinke oder Bolzen frei gehen.
- Mit dem Wagenheber anheben am vom Hersteller vorgesehenen Ansatzpunkt, langsam, bis der Reifen einige Zentimeter höher frei ist als die benötigte Bockhöhe.
- Unter jeden Aufnahmepunkt dieser Achse einen Bock stellen. Die Stütze hochziehen, bis der Teller das Fahrzeug fast berührt, und verriegeln: bei Zahnrastung den Hebel nach unten drücken, bis die Klinke einrastet; bei Steckbolzen den Bolzen ganz durchstecken.
- Beide Böcke auf dieselbe Raste oder dasselbe Loch stellen, damit das Fahrzeug gerade steht und jeder Bock gleich viel trägt.
- Den Wagenheber langsam absenken, das Ablassventil Stück für Stück öffnen, bis das Fahrzeug auf den Böcken ruht. Prüfen, ob jeder Teller mittig sitzt und jeder Bock senkrecht mit allen Füßen flach steht.
- Rütteltest. Ohne dass jemand darunter ist, kräftig an Kotflügel oder Stoßfänger drücken. Das Fahrzeug darf sich nicht bewegen oder wackeln; sonst wieder anheben und die Böcke neu setzen.
- Zweite Sicherung. Den Wagenheber an einem anderen festen Punkt nur anliegend stehen lassen oder ein Rad unter den Schweller legen.
- Erst jetzt unter das Fahrzeug gehen.
Das Fahrzeug wieder von den Böcken nehmen
- Werkzeug, Teile und Personen unter dem Fahrzeug entfernen.
- Den Wagenheber am Ansatzpunkt ansetzen und anheben, bis das Fahrzeug knapp von den Böcken frei kommt.
- Beide Böcke herausnehmen, ohne sich unter das Fahrzeug zu beugen.
- Das Ablassventil langsam öffnen und das Fahrzeug absenken.
- Keile entfernen und nach einem Radwechsel die Radschrauben mit dem vorgeschriebenen Drehmoment anziehen.
Das ganze Fahrzeug auf vier Böcke stellen
Achse für Achse: vorn anheben, ein Paar Böcke unter die vorderen Aufnahmepunkte, ablassen; dann hinten anheben und das zweite Paar setzen. Die Keile bleiben, bis das letzte Rad den Boden verlässt, und alle vier Böcke stehen so, dass das Fahrzeug gerade ist. Abgelassen wird genauso, in umgekehrter Reihenfolge.
Häufige Fehler
- Unter einem Fahrzeug arbeiten, das nur auf dem Wagenheber steht
- Nur einen Bock verwenden oder ein Paar auf unterschiedlicher Höhe
- Böcke auf heißem Asphalt, Schotter, Erde oder abschüssiger Einfahrt
- Ziegel, Steine oder Holz statt Böcken
- Böcke unter Bodenblech, Fahrwerk oder Differenzialdeckel
- Die Stütze nur hochziehen, ohne zu prüfen, ob Klinke oder Bolzen ganz greifen
- Das Fahrzeug mit dem Wagenheber am falschen Punkt von den Böcken heben
- Verbogene, angerissene, durchgerostete Böcke oder Böcke mit abgenutzten Zähnen
Böcke vor jedem Einsatz prüfen
Achten Sie auf Risse an den Schweißnähten zwischen Stütze und Fuß, verbogene Beine, abgerundete oder ausgebrochene Zähne, eine abgenutzte oder verbogene Klinke und einen fehlenden oder verbogenen Bolzen. Böcke, die überlastet wurden, ein Fahrzeug fallen ließen oder Risse zeigen, werden ausgemustert.
Wie tief die Klinke greift, ist kein Detail. 2020 wurden in den USA mehr als 1,7 Millionen Unterstellböcke mit 3 und 6 t zurückgerufen, weil die Zähne die Klinke womöglich nicht tief genug fassten und der Bock unter Last nachgeben konnte (Hinweis der US-Behörde NHTSA, Englisch). Deshalb prüfen wir unsere Böcke vor dem Verpacken unter Last, und deshalb gehört ein Bock mit abgenutzten Zähnen in den Schrott.
Für Händler: Was auf Typenschild und Anleitung gehört
Geben Sie die Tragkraft eindeutig pro Bock oder pro Paar an, dazu Mindest- und Maximalhöhe. Drucken Sie „nur paarweise verwenden“, „nicht zum Heben geeignet“ und den passenden Warnhinweis zum Wagenheber, dazu eine einfache Skizze der Aufnahmepunkte. Verkaufen Sie Böcke mit jedem Wagenheber: 2–3-t-Böcke zu 2–3-t-Rangierwagenhebern, 6-t-Böcke zu Wagenhebern für SUV und Transporter, 12-t-Böcke zu Lkw-Wagenhebern. Bei OEM-Aufträgen drucken wir all das in Ihrer Sprache und mit Ihren Artikelnummern.
Zu unseren Unterstellböcken 2–12 t und den passenden Rangierwagenhebern, oder fordern Sie ein Angebot an.