Das Öl in einem hydraulischen Wagenheber erledigt drei Aufgaben zugleich. Es überträgt die Kraft von der Pumpe auf den Hubkolben, es schmiert Pumpenkolben und Dichtungen, und es sorgt dafür, dass die Rückschlagventile dicht schließen und die Last gehalten wird. Die meisten Reklamationen, die Händler aus Werkstätten hören („hebt nicht“, „hebt nur halb“, „sackt ab“), haben mit dem Öl zu tun: mit dem Ölstand, mit Luft im System oder mit der falschen Flüssigkeit.
Diesen Ratgeber hat das Team geschrieben, das jeden Wagenheber von JackMaker im Werk befüllt und druckprüft. Er erklärt, welches Öl hineingehört, was nicht, und wie Sie bei Stempel- und Rangierwagenhebern den Ölstand prüfen, nachfüllen, entlüften und das Öl wechseln.
Welches Öl gehört in einen Wagenheber?
Verwenden Sie ein Hydrauliköl für Wagenheber oder ein gutes Hydrauliköl HLP:
- Art: mineralisches Hydrauliköl mit Zusätzen gegen Verschleiß, Schaum und Korrosion, ohne Detergentien.
- Viskosität: HLP 32 bzw. ISO VG 32 für die meisten Stempel- und Rangierwagenheber. Die Zahl ist die Viskosität in mm²/s bei 40 °C; Klasse 32 erlaubt 28,8–35,2.
- Heiße Werkstätten oder Dauereinsatz: HLP 46, das im warmen Zustand etwas dicker bleibt.
- Kalte Hallen im Winter: ein dünneres Tieftemperatur-Hydrauliköl, damit die Pumpe nicht zäh wird.
- Verträglichkeit: Das Öl muss zu den NBR- und PU-Dichtungen und den Ventilsitzen passen.
Nennt die Bedienungsanleitung oder das Typenschild eine Sorte, nehmen Sie diese.
Dieselbe Ölklasse ist unter verschiedenen Namen im Handel. Für einen Wagenheber sind sie gleichwertig:
| Bezeichnung | Wo Sie sie finden | Bedeutung |
|---|---|---|
| Hydrauliköl für Wagenheber | Kfz-Teile- und Werkzeughandel | Meist ISO VG 32 mit Verschleißschutz, in kleinen Flaschen |
| HLP 32 | DIN 51524-2, in Deutschland Standard | Hydrauliköl mit Verschleiß-, Korrosions- und Alterungsschutz |
| HM 32 | Einteilung nach ISO 6743-4 | Dieselbe Klasse wie HLP |
| AW 32 | Nordamerika | Hydrauliköl mit Verschleißschutz, ISO VG 32 |
Diese Flüssigkeiten gehören nicht in den Wagenheber
| Flüssigkeit | Warum nicht |
|---|---|
| Motoröl (SAE 30, 10W-40, 15W-40 …) | Detergentien und Dispergiermittel; viel dicker als HLP 32 (SAE 30 entspricht etwa ISO VG 100), der Wagenheber pumpt schwer und schäumt |
| Bremsflüssigkeit (DOT 3, 4, 5.1) | Auf Glykolbasis: lässt NBR-Dichtungen quellen und weich werden, zieht Wasser, der Zylinder rostet |
| ATF und Servolenkungsöl | Reibwertveränderer und Quellmittel für Getriebe und Lenkungen, nicht für Wagenheberventile |
| Getriebeöl | Um ein Vielfaches dicker als HLP 32; bei Kälte lässt sich kaum noch pumpen |
| Speiseöl, Flüssigkeiten auf Wasserbasis, „was gerade da ist“ | Verharzen die Ventile, lassen Stahl rosten oder gefrieren |
Falsche Flüssigkeiten stecken hinter vielen Reklamationen „der Wagenheber sackt über Nacht ab“, die gar keine Fertigungsfehler sind. Ist das falsche Öl hineingekommen:
- Den Wagenheber vollständig entleeren (siehe „Öl wechseln“ unten).
- Einmal spülen: etwas Hydrauliköl einfüllen, bei geöffnetem Ablassventil einige Male pumpen, wieder ablassen.
- Mit dem richtigen Öl befüllen und entlüften.
- War Bremsflüssigkeit drin oder sind die Dichtungen jetzt undicht, einen neuen Dichtungssatz einbauen.
Ölstand prüfen
- Wagenheber ganz absenken. Ablassventil öffnen und den Kolben (Stempelwagenheber) bzw. den Hubteller (Rangierwagenheber) ganz nach unten drücken. Nur mit eingefahrenem Kolben stimmt der Ölstand.
- Richtig hinstellen. Stempelwagenheber senkrecht, Rangierwagenheber waagerecht auf ebenen Boden.
- Um die Einfüllschraube herum reinigen, damit kein Schmutz in den Behälter fällt. Beim Stempelwagenheber sitzt sie als Gummistopfen oder kleine Schraube seitlich am Ölbehälter, beim Rangierwagenheber an der Hydraulikeinheit, manchmal unter einer Abdeckung.
- Öffnen und nachsehen. Bei den meisten Wagenhebern reicht das Öl bis zur Unterkante der Einfüllöffnung. Sehen Sie kein Öl, füllen Sie nach.
Nach Stand füllen, nicht nach Menge: Die Füllmenge unterscheidet sich von Modell zu Modell, Pumpe und Ventile brauchen den richtigen Stand.
Öl nachfüllen
- Kolben ganz eingefahren lassen, Ablassventil offen.
- Das Öl langsam mit Trichter oder Spritzflasche einfüllen, bis es die Unterkante der Öffnung erreicht.
- Übergelaufenes Öl abwischen und die Einfüllschraube fest einsetzen.
- Entlüften (nächster Abschnitt) und den Ölstand noch einmal prüfen.
Nicht überfüllen. Fährt der Kolben ein, fließt sein Öl in den Behälter zurück. Ist der Behälter schon voll, drückt es an Schraube oder Entlüftung heraus, oder der Kolben fährt nicht ganz ein.
Wagenheber entlüften
Luft gelangt hinein, wenn der Ölstand zu niedrig ist, nach dem Nachfüllen und wenn der Wagenheber liegend transportiert oder gelagert wurde. Anzeichen: ein schwammiger Pumphebel, ein Kolben, der vor der vollen Höhe stehen bleibt, oder ein ruckartiges Heben.
Stempelwagenheber
- Ablassventil gegen den Uhrzeigersinn etwa eine Umdrehung öffnen.
- Einfüllschraube herausnehmen, damit eingeschlossene Luft entweichen kann.
- Sechs- bis achtmal mit vollem Hub pumpen. So wird die Luft aus der Pumpenkammer in den Behälter gedrückt.
- Ablassventil im Uhrzeigersinn handfest schließen und die Schraube einsetzen.
- Den Kolben ohne Last ganz ausfahren, Ventil öffnen und den Kolben wieder hineindrücken. Zwei- bis dreimal wiederholen, dann den Ölstand prüfen.
Rangierwagenheber
Bei den meisten Rangierwagenhebern öffnen Sie das Ablassventil, indem Sie die Deichsel gegen den Uhrzeigersinn drehen. Hubteller ganz abgesenkt, Ventil öffnen, sechs- bis achtmal pumpen, Ventil schließen und den leeren Hubteller zwei- bis dreimal heben und senken.
Bleibt der Hebel nach drei Durchgängen schwammig, suchen Sie nach einer Undichtigkeit oder einer verschlissenen Pumpendichtung: Unser Reparaturratgeber (Englisch) geht die Prüfungen der Reihe nach durch.
Öl wechseln
Wechseln Sie das Öl, wenn es dunkel, milchig (Wasser) oder verschmutzt ist, wenn der Wagenheber immer wieder Luft zieht, und im Rahmen der Wartung:
| Einsatz | Ölstand prüfen | Öl wechseln |
|---|---|---|
| Werkstatt, Reifendienst, Fuhrpark | Alle 3 Monate | Einmal im Jahr |
| Private Garage, gelegentlich | Vor größeren Arbeiten | Alle 2–3 Jahre |
Zum Entleeren den Wagenheber ganz absenken, die Einfüllschraube herausnehmen und den Wagenheber über einem Auffanggefäß umdrehen. Ein paar Pumpenhübe bei geöffnetem Ablassventil drücken das Restöl aus der Pumpe. Frisches Öl einfüllen, entlüften und das Altöl bei einer Sammelstelle abgeben.
Richtig lagern, damit das Öl sauber bleibt
- Stempelwagenheber senkrecht lagern, damit keine Luft an die Pumpe kommt und kein Öl aus der Entlüftung tritt.
- Kolben und Ausdrehspindel beim Lagern ganz einfahren: So ist das Chrom vor Rost und Stößen geschützt und die Dichtungen bleiben bedeckt.
- Den Kolben nach staubigen oder nassen Arbeiten vor dem Einfahren abwischen, damit kein Schmutz an der Dichtung vorbeigezogen wird.
- Die Einfüllschraube immer eingesetzt lassen; eine offene Öffnung lässt Staub und Feuchtigkeit hinein.
Was wir im Werk tun und was Sie Ihren Lieferanten fragen sollten
Jeder Wagenheber von JackMaker wird mit einem festgelegten Hydrauliköl befüllt und vor dem Verpacken druckgeprüft; ein neuer Wagenheber muss also nicht nachgefüllt werden. Für Händler und Eigenmarken:
- drucken wir Ölsorte und Nachfüllanleitung in Ihre Bedienungsanleitung, in Ihrer Sprache;
- liefern wir kleine Flaschen Hydrauliköl als Zubehörartikel, die in den freien Platz eines Wagenheber-Containers passen;
- halten wir Dichtungssätze für jedes Katalogmodell vor, damit Ihre Kunden die Wagenheber während der Garantiezeit (36 Monate) und danach vor Ort warten können.
Tragkraft und Hubhöhe für jede Aufgabe finden Sie bei unseren Stempelwagenhebern und Rangierwagenhebern. Oder fordern Sie ein Angebot an – gern mit der Ölsorte, die Ihr Markt auf dem Typenschild erwartet.